Die Welt ist bunt und Vielfalt ist gesund

Wer Maske trägt, signalisiert, dass er andere schützen und verantwortungsvoll mit Übertragungsrisiken umgehen will. Viele zeigen mit originellen Entwürfen, dass sich hinter jeder Maske ein besonderer Mensch verbirgt. So bleibt bunte Vielfalt sichtbar, auch wenn Gesichter verhüllt sind. Doch nicht für alle ist eine Maske uneingeschränkt geeignet oder überhaupt tragbar.

Um das Risiko zu senken, dass sich Menschen mit dem Corona-Virus COVID-19 anstecken, haben alle Bundesländer per Verordnung eine Mund-Nase-Bedeckung beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen vorgeschrieben. Doch bei der Maskenpflicht im öffentlichen Raum stehen hörgeschädigte und gehörlose Menschen plötzlich vor einer zusätzlichen Kommunikationsbarriere. Weil der textile Hygieneschutz Mund, Nase und damit auch die Mimik des Gesichts verbirgt und die Stimme dämpft, kommt es für viele Betroffene zu drastischen Einschränkungen im Alltag.

Nicht ausschließlich gehörlose Menschen schauen die Lippen an, um die Verständigung zu erleichtern. „Viele Menschen mit einer Hörbehinderung benötigen ebenfalls das Mundbild des Gegenübers, sei es als Absicherung, oder zum Füllen von Verständnislücken”, sagt Lena Middendorf im Projekt „Ostholstein - wir alle“. Und da nur wenige Menschen über Kenntnisse in der Gebärdensprache verfügen, wird die Kommunikation für hörbeeinträchtigte Menschen durch die Maskenpflicht nun noch komplizierter.

Abhilfe schaffen kann der „Mundschutz barrierefrei”, eine kreative Idee von Ehrenamtlichen: Genähte Masken mit durchsichtigem Kunststoff im Mundbereich, die das Lippenlesen wieder möglich machen.

Aber auch auf andere Personengruppen möchten das Projekt und die Lebenshilfe Ostholstein hinweisen. Wer beispielsweise an einer Herz- oder Lungenerkrankungen leidet, kann durch das Tragen einer Mund-Nase Bedeckung zusätzliche Atemprobleme bekommen. Auch eine Atemwegserkrankung oder eine psychische Behinderung kann das Tragen einer Maske unmöglich machen. „Glücklicherweise sind viele Menschen inzwischen gut informiert und verhalten sich respekt- und verständnisvoll“, so Karen Schmidt von der Lebenshilfe Ostholstein.

Mit Kreativität und Respekt, sind sich die Kolleginnen einig, schaffen wir es durch diese schwierige Zeit.

Eine Vorlage für den „Mundschutz barrierefrei“ finden Sie hier.

 

Die Aktion Mensch bewirbt, ergänzend zu unserer Näh-Vorlage die Variante einer Schneiderin aus Hammeln. Sie gibt Tipps zum Nähen von Masken mit Sichtfenster:

https://www.youtube.com/watch?v=jmEdvADiKWI

 

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